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Wenn die eigene Bonität hakt: Was Betroffene tun können

Häufig wird eine schlechtere Bonität gleichauf mit dem Unvermögen gesetzt, dass Betroffene schlichtweg nicht mit Geld umgehen können. In einigen Fällen stimmt das sicherlich, doch haben Bonitätsprobleme und Einträge in den Auskunftsdateien häufig völlig andere Gründe. Es kann die Scheidung sein, es kann der Tod des Ehepartners sein, auch ein niedriges Einkommen kann zur Abschwächung der Bonität führen. Zudem gibt es natürlich schlichtweg die Option, dass die aktuellen Bonitätsprobleme gar nichts mehr mit der realen Situation zu tun haben, sondern die an Banken, Telekommunikationsunternehmen und anderen Anfragenden mitgeteilten Scores auf Daten basieren, die längst der Vergangenheit angehören. Was können Betroffene nun tun? Dieser Artikel gibt einige Hinweise.

Mitunter lässt sich die eigene Bonitätsauskunft verbessern, wenn irrtümliche Einträge gelöscht werden können. Ein Überblick ist aber in jedem Fall gut.

Die eigene Bonität checken

Viele Menschen erfahren erst, dass etwas mit ihrer Bonität nicht stimmt, wenn sie bei Ratenzahlungen oder Krediten abgelehnt werden. Das Erstaunen ist oft groß, denn ist seit längerer Zeit immer das Konto im Plus und sind auch sonst keine Mahnbescheide oder Schreiben von Inkassobüros ins Haus gekommen, wird der Grund für eine Ablehnung gar nicht klar. An dieser Stelle hilft erst mal nur eines: Durchatmen. Im nächsten Schritt sollte eine Selbstauskunft bei den großen Auskunftsdateien angefragt werden. Bei der Schufa steht die kostenlose Selbstauskunft jedem Bürger offen. Wer eine geringe Gebühr zahlt, erhält die erweiterte Auskunft. Liegen die Unterlagen vor, gilt:

  • Prüfen – sind alle Daten korrekt und stimmen die Einträge überhaupt. Es passiert selten, dennoch kann es versehentlich geschehen, dass Daten anderer Personen, beispielsweise aufgrund einer Namensgleichheit, fehlerhaft eingetragen werden.
  • Fristen – wie alt sind die Einträge? Grundsätzlich gibt es die Regel, dass Einträge nach drei Jahren gelöscht werden sollten. Ist dies nicht geschehen, sollte die Löschung beantragt werden.
  • Kulanz – häufig erklären sich die Auskunfteien bereit, bald auslaufende Einträge früher zu löschen, wenn eine begründete Anfrage gestellt wird. Das kann die baldige Aufnahme eines Hauskredits sein. Allerdings sind vorzeitige Löschungen oft nur begrenzt möglich, das heißt, der eigentliche Ablauf muss zeitnah erfolgen. Müsste ein Eintrag beispielsweise in drei Monaten ohnehin gelöscht werden, könnte es Kulanz geben, bei einem Eintrag, der noch ein Jahr Gültigkeit hat, sehen die Chancen schlecht aus.

Übrigens ist es sinnvoll, die Auskunftsdaten auch ohne Probleme jährlich oder alle zwei Jahre zu prüfen. So lassen sich ungeahnte Bonitätsschwierigkeiten bereits im Vorfeld verhindern.

Das P-Konto – Girokonto ohne Schufa

Hierbei handelt es sich um das sogenannte Jedermannkonto. Banken und Sparkassen sind dazu verpflichtet, dieses Konto immer anzubieten, eine Ablehnung darf von Gesetzes wegen nicht erfolgen. Das P-Konto hat mehrere Funktionen:

  • Pfändungsfrei – das »P« im Namen steht für pfändungsfrei bis zur Pfändungsfreigrenze. Dieses Konto wird auch Schuldnern angeraten, die aufgrund ihrer finanziellen Probleme Kontopfändungen befürchten oder erleiden.
  • Ohne Schufa – für die Eröffnung spielt die Schufa, aber auch keine andere Auskunftsdatei eine Rolle. Dieses Konto wird prüfungsfrei eröffnet, unabhängig vom Kunden. Obdachlose, Menschen in Privatinsolvenz und Manager können es nutzen.
  • Keine Überziehung – das P-Konto besitzt absolut keinen Überziehungsrahmen. Bei 0 ist Schluss. Aus diesem Grund bietet es sich auch für Jugendliche oder Auszubildende an, da es die Überziehung verhindert.

Übrigens erfahren Geschäftspartner oder Händler nicht, dass es sich bei diesem Konto um ein P-Konto handelt. Es ist allerdings ein wenig eingeschränkt. Kreditkarten gibt es für dieses Konto nicht, auch ist der Verfügungsrahmen oft enger gestrickt. Je nach Bank und Absprache sind beispielsweise nur Verfügungen von 500,00 Euro am Tag möglich.

Kredite bei schwieriger Bonität

Die meisten Menschen nehmen keinen Kredit auf, weil sie morgens beim Frühstück die Idee haben, dass ein Kredit gut zu ihnen passen würde. Im Regelfall ist die Kreditaufnahme schon der Beweis, dass das aktuelle Vermögen nicht ausreicht. Das ist nicht schlimm, denn wohl die wenigsten können ihr Haus oder ihr Auto aus der Portokasse bezahlen. Ist es um die Bonität jedoch schwierig bestellt, ist es auch nicht so einfach, einen Kredit zu erhalten. Banken lehnen meist kopfschüttelnd ab und auch online ist es durchaus möglich, eine Ablehnung zu erhalten. Trotzdem gibt es Lösungen, wobei Betroffene ganz genau hinschauen sollten:

  • Schufafreie Kredite – diese gibt es in vielfacher Ausfertigung. Sie sind meist teurer als übliche Kredite, da durch die Zinsen und Sicherheitsauslagen höhere Gebühren verlangt werden. Zudem muss der Interessent die finanzielle Situation genau darlegen und durchaus Sicherheitsleistungen hinterlegen. Wichtig ist, auch hier hinzuschauen und den Anbieter zu prüfen. Für alle, die eine schnelle Auszahlung benötigen, gibt es hier einen Kredit ohne Schufa. Auch hier wird eine Grundbedingung erfüllt: Keine Vorkosten.
  • Finger weg von Haien – sogenannte Kredithaie gibt es auch online. Wer rasch und einfach Geld anbietet, der hat oftmals nicht unbedingt die besten Absichten. Kreditinteressenten sollten lieber nach einem schufafreien Kredit schauen und die aktuelle Situation darlegen, als sich in die Hände dieser Betrüger zu begeben.
  • Private Kredite – damit sind nicht nur die Kredite aus der Familie oder dem Freundeskreis gemeint. Online gibt es etliche Portale, die Kredite und Darlehen aus privater Hand anbieten. Die Nutzer verwenden diese Option, da die Zinsen besser sind, als bei gewöhnlichen Geldanlagen. Auch hier gilt: Die Seriosität prüfen und einen guten Vertrag aufsetzen, der Rückzahlung, Frist, Rückzahlungszeit, Raten, Zinsen und weitere Punkte beinhaltet.

Grundsätzlich ist es bei einer schwierigen Bonität nicht unmöglich, einen Kredit zu erhalten. Das trifft gerade auf die Personen zu, deren Einträge und Probleme längst der Vergangenheit angehören. Wer vor drei Jahren aufgrund der Firmeninsolvenz arbeitslos wurde und in der Folge Einträge erhielt, nun aber einen sicheren und recht gut bezahlten Job hat, der dürfte schnell einen Kredit finden. Wichtig ist nur, auch die persönliche Situation zu überdenken und sich nicht zu übernehmen.

Wenn die Bonität klemmt, ist eine Kreditvergabe schwierig, aber nicht unmöglich. Ein genauer Blick auf die Kosten erscheint dabei sehr wichtig

Fazit – die Bonität ist nicht alles

Natürlich ist die sogenannte Bonitätsauskunft das, was fremde Unternehmen oder Händler zuerst von einem sehen. Dennoch gibt es in den meisten Fällen gute Lösungen, trotzdem das eigene Ziel zu erreichen oder auch einen Kredit aufzunehmen. Die Prüfung der eigenen Auskunftsunterlagen ist immer der erste Schritt, oftmals ist danach schon die Misere geklärt. Doch auch Kredite und Konten lassen sich gut finden, wenn ein wenig gesucht wird.